Restaurantmusik und GEMA - Ihr Überblick
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Restaurantmusik und GEMA - Ihr Überblick

Wenn Sie ein Restaurant betreiben und sich fragen, warum ständig von GEMA-Gebühren die Rede ist, sind Sie nicht allein. Viele Gastronomen stolpern über dieses Thema, oft erst dann, wenn bereits Musik läuft und plötzlich Post von der GEMA ins Haus flattert.

Was ist die GEMA eigentlich?

Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) vertritt in Deutschland die Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte der Komponisten, Musiker oder Verleger, die bei ihr Mitglied sind. Vereinfacht gesagt: Sie sammelt Geld für Musiker und Komponisten, wenn deren Werke öffentlich gespielt werden.

Das Geld ist nicht für uns, sondern für die über 100.000 Mitglieder, die Teil unseres Vereins sind: Komponisten, Textdichterinnen und Musikverleger. Für ihre kreative Leistung möchten sie fair entlohnt werden, wenn ihre Musik öffentlich genutzt wird - wie z. B. in der Gastronomie.

Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Wenn Sie als Restaurant durch Musik Geld verdienen - weil Gäste länger bleiben oder sich wohler fühlen - sollen auch die Urheber dieser Musik etwas davon haben.

Wann wird es für Restaurants relevant?

Da der gastronomische Bereich ein kommerzieller und öffentlicher Bereich ist, muss für die gespielte Musik ein Beitrag an die GEMA gezahlt werden. Das gilt bereits dann, wenn leise Hintergrundmusik läuft.

Es spielt dabei keine Rolle, ob die Musik vom Radio kommt, von CDs stammt oder über Streaming-Dienste abgespielt wird. Auch bei Livemusik fallen in der Regel GEMA-Gebühren an, sofern nicht ausschließlich eigene Kompositionen der Musiker gespielt werden.

Wie berechnen sich die Gebühren?

Die GEMA hat verschiedene Faktoren entwickelt, nach denen sich die Höhe der Gebühren richtet:

Die Größe des Restaurants: Je größer der Geschäftsraum, desto höher sind die GEMA-Gebühren. Die Preisklassen staffeln sich pro 100 Quadratmeter.

Art der Musikwiedergabe: Es macht einen Unterschied, ob Sie Musik über Tonträger abspielen, Radio hören oder auch Fernsehen zeigen. Bei Fernsehgeräten zum Beispiel sind die Gebühren der GEMA nach der Größe des Bildschirms gestaffelt.

Vertragslaufzeit: Längere Verträge sind günstiger als monatliche Abrechnungen.

Beispielrechnungen

Sie spielen in Ihrem Restaurant von 100 qm Musik von Spotify. Sie wählen einen Ganzjahresvertrag und würden 2023 dafür 259,20 € zahlen. Wäre Ihr Restaurant hingegen 300 qm groß und sie würden eine monatliche Abrechnung bevorzugen, würde das mit umgerechnet 855,12 € im Jahr zu Buche schlagen.

Im Allgemeinen liegen die GEMA-Gebühren für Restaurants und Bars zwischen 40€ und 50 € pro Monat.

Der Anmeldeprozess

Die Anmeldung erfolgt mittlerweile nur noch online über das GEMA-Portal. Für die Hintergrundmusik in Ihrem Lokal bieten wir verschiedene Pakete an. Spielen Sie ausschließlich Musik ab oder zeigen Sie Ihren Gästen auch TV-Übertragungen und vielleicht sogar Videostreaming? Wählen Sie das passende Paket für Ihre Bedürfnisse.

Die drei Hauptpakete sind:

  • Audio-Paket (nur Musikwiedergabe)
  • Audio + Radio
  • Vollpaket (Audio, Radio, TV, Videostreaming)

Was passiert bei Verstößen?

Sie nicht zu zahlen oder ein urheberrechtlich geschütztes Werk unerlaubt abzuspielen, zählt als Straftat. Die GEMA führt stichprobenartige Kontrollen durch, und wenn dabei Verstöße festgestellt werden, können erhebliche Nachzahlungen und Bußgelder fällig werden.

Alternativen und Sparmöglichkeiten

GEMA-freie Musik

Eine legale Alternative sind GEMA-freie Musik-Bibliotheken. Das Niveau GEMA-freier Musik ist mittlerweile auf der gleichen Höhe wie für aktuelle Charthits, sodass sie durchaus eine hochwertige Alternative zur herkömmlichen Musikbeschallung darstellt.

Der Vorteil von GEMA-freier Musik ist - neben dem geringeren Preis -, dass die Songs allesamt unbekannt sind. Bekannte Songs können zwar für eine schnellere Verknüpfung mit dem Geschäft führen, sie können aber auch negative Emotionen beim Kunden wecken.

Vorsicht bei Streaming-Diensten

Ein häufiger Irrtum: Es ist also verboten, Musik von YouTube, Spotify, Deezer, Apple Music, Amazon Prime Music und anderen für einen kommerziellen Nutzen zu streamen. Diese Dienste sind nur für den privaten Gebrauch lizenziert.

Verbandsmitgliedschaft kann helfen

Den Mitgliedern des DEHOGA wird aufgrund des bestehenden Rahmenvertrages ein Rabatt von 20 Prozent auf alle GEMA-Gebühren eingeräumt. Eine Mitgliedschaft kann sich also rechnen.

Besonderheit: Sky und Fernsehübertragungen

Seit 2024 hat sich etwas Wichtiges geändert: Die GEMA hat ihre mit Sky Deutschland bestehende Kooperation zum 31. Dezember 2023 beendet. Das bedeutet, dass Restaurants zusätzlich zum Sky-Abo eine separate GEMA-Lizenz für Fernsehübertragungen benötigen.

Praktische Tipps

Frühzeitig informieren: Am besten klären Sie die GEMA-Frage bereits vor der Eröffnung oder bevor Sie mit der Musikbeschallung beginnen.

Ehrliche Angaben: Bei der Anmeldung sollten Sie korrekte Angaben zur Raumgröße und Art der Musiknutzung machen. Spätere Korrekturen können teuer werden.

Vertragsoptionen prüfen: Da Sie vermutlich täglich Hintergrundmusik laufen lassen, ist der Abschluss eines Jahresvertrages deutlich preiswerter, als ein Monats- oder Quartalsvertrag. Hier können Sie pro Jahr bis zu 180 € sparen.

Sonderveranstaltungen beachten: Live-Auftritte oder DJ-Abende benötigen separate Anmeldungen, auch wenn Sie bereits einen Vertrag für Hintergrundmusik haben.

GEMA-freie Musik richtig handhaben

Selbst wenn Sie GEMA-freie Musik verwenden, gibt es Regeln zu beachten. Ja, auch GEMA freie bzw. gemafreie Musik müssen Sie bei uns anmelden. Nur durch Ihre Anmeldung können wir ihre gespielten Titel prüfen. Nach erfolgreicher Prüfung wird die Rechnung storniert.

Der Nutzen von Musik rechtfertigt die Kosten

Trotz aller Bürokratie sollten Sie bedenken: Wissenschaftliche Studien belegen: Mit richtigen und gezielt eingesetzten Musiktiteln können gastronomische Betriebe ihren Umsatz durchschnittlich um 5,4 % erhöhen. Die GEMA-Gebühren können sich also durchaus rechnen.

Die GEMA-Thematik mag zunächst einschüchternd wirken, aber mit der richtigen Information und einer rechtzeitigen Anmeldung lässt sie sich gut bewältigen. Wichtig ist, dass Sie nicht erst handeln, wenn bereits eine Kontrolle stattgefunden hat. Dann wird es meist deutlich teurer.

Wenn Sie unsicher sind, welche Lösung für Ihr Restaurant die beste ist, lohnt sich eine Beratung. Plattformen wie LetsGastro.de können dabei helfen, erfahrene Anbieter für Musikbeschallung oder GEMA-freie Alternativen zu finden.

Autorenzeile:

Konstantin Pinski

Konstantin Pinski ist Mitgründer von Let'sGastro und Gastronom in Berlin seit 2014. Er hat fünf Gastronomieprojekte gestartet und begleitet — darunter Masel Topf, June Six, Restaurant Eli und gerade entsteht ein weiteres Restaurant in Berlin-Grunewald.

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